Ein Führerschein kostet je nach Region einen vierstelligen Betrag. Wer arbeitslos ist und ihn für eine Stelle bräuchte, steht damit vor einem klassischen Henne-Ei-Problem. Es gibt einen Weg heraus — aber er hängt an einer Bedingung.
Die Grundlage
Weder im SGB II noch im SGB III steht ein Anspruch auf Führerscheinfinanzierung. Möglich ist die Übernahme über das Vermittlungsbudget nach § 44 SGB III, das Leistungen zur Anbahnung oder Aufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung abdeckt.
Das ist eine Ermessensleistung. Entscheidend ist deshalb nicht der Wunsch, sondern die Begründung.
Was die Bewilligung wahrscheinlich macht
Eine konkrete Stelle. Der stärkste Fall ist eine schriftliche Einstellungszusage oder ein Arbeitsvertrag unter der Bedingung, dass du einen Führerschein hast. Damit ist die Notwendigkeit belegt, nicht behauptet.
Ein Beruf, der ihn zwingend verlangt. Pflegedienst, Außendienst, Handwerk mit Kundendienst, Auslieferung.
Fehlende Anbindung. Wenn der Arbeitsort mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht oder nicht zu Schichtzeiten erreichbar ist, ist das ein starkes Argument. Fahrpläne ausdrucken und beilegen.
Ohne konkreten Bezug zu einer Beschäftigung wird der Antrag fast immer abgelehnt.
Was in der Regel nicht übernommen wird
Der Führerschein „auf Vorrat“ für den allgemeinen Arbeitsmarkt. Ebenso wenig, wenn der Arbeitsplatz gut mit Bus und Bahn erreichbar ist oder wenn der Arbeitgeber ein Fahrzeug stellt.
Der Ablauf
Antrag vor Anmeldung bei der Fahrschule stellen. Wer bereits angemeldet ist und Rechnungen vorlegt, bekommt sie in der Regel nicht erstattet.
Beizufügen sind: Einstellungszusage oder Stellenausschreibung, Kostenvoranschläge von zwei bis drei Fahrschulen, Nachweis über die Verkehrsanbindung und eine kurze Begründung, warum ohne Führerschein keine Beschäftigung zustande kommt.
Häufig wird nur ein Teil bewilligt, etwa Grundgebühr und eine bestimmte Zahl an Fahrstunden. Auch das ist ein Ergebnis.
Der LKW-Weg
Deutlich häufiger bewilligt wird die Förderung des LKW-Führerscheins mit Berufskraftfahrerqualifikation, weil dort die Vermittlungsquote hoch ist. Diese läuft über den Bildungsgutschein und nicht über das Vermittlungsbudget.
Wer ohnehin über eine Fahrtätigkeit nachdenkt, hat auf diesem Weg die deutlich besseren Chancen.
Weitere Möglichkeiten
Manche Arbeitgeber finanzieren den Führerschein gegen Bindungsfrist. Bei Menschen mit Behinderung kommen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben über die Rentenversicherung oder das Integrationsamt in Betracht. Für junge Menschen in Ausbildung gibt es in einzelnen Regionen kommunale Programme.
Bei Ablehnung
Widerspruch innerhalb eines Monats, am besten mit einer nachgereichten schriftlichen Bestätigung des Arbeitgebers, dass die Einstellung am Führerschein scheitert. Genau dieser Nachweis dreht Ablehnungen häufig um.


