Mietkaution und Umzugskosten vom Jobcenter

Kaution, Umzug, Renovierung und Erstausstattung können übernommen werden. Entscheidend ist, wann du fragst.

Wer Bürgergeld bezieht und umziehen muss, steht vor Kosten, die auf einen Schlag anfallen: Kaution, Umzug, Renovierung, oft auch Möbel. Diese Kosten können übernommen werden — aber nur unter einer Bedingung, an der die meisten Anträge scheitern.

Die entscheidende Regel

Die Zusicherung muss vor Abschluss des Mietvertrags vorliegen. Wer erst unterschreibt und dann beim Jobcenter fragt, hat den Anspruch in aller Regel verspielt.

Das steht so im Gesetz und wird konsequent angewandt. Der Ablauf ist deshalb immer: Wohnung finden, Angebot vom Vermieter einholen, damit zum Jobcenter, Zusicherung abwarten, dann unterschreiben.

Was übernommen werden kann

Mietkaution. Wird als Darlehen gewährt und in Raten vom Regelsatz einbehalten. Bei Auszug fließt sie zurück ans Jobcenter.

Umzugskosten. In der Regel Mietwagen, Kartons und Helferpauschale. Eine Spedition wird nur bewilligt, wenn Selbsthilfe aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist.

Genossenschaftsanteile statt Kaution ebenfalls, meist als Darlehen.

Renovierung der alten Wohnung, wenn sie vertraglich geschuldet ist, und der neuen, wenn sie unbewohnbar wäre.

Doppelte Miete für den Überschneidungsmonat.

Wann ein Umzug als notwendig gilt

Nicht jeder Umzug wird gefördert. Anerkannt werden unter anderem: zu hohe Kosten der bisherigen Wohnung, Trennung, Familienzuwachs, gesundheitliche Gründe, Arbeitsaufnahme an einem anderen Ort, Kündigung durch den Vermieter oder unzumutbare Wohnverhältnisse.

Ein Umzug allein aus Wunsch nach Veränderung wird nicht bewilligt — die Wohnung darfst du trotzdem nehmen, dann aber ohne Kostenübernahme und mit der Deckelung auf angemessene Kosten.

Erstausstattung

Getrennt davon gibt es die Erstausstattung für die Wohnung: Möbel, Haushaltsgeräte, Gardinen, Geschirr. Sie ist ein Zuschuss, kein Darlehen, und muss nicht zurückgezahlt werden.

Anspruch besteht bei erstmaligem eigenen Hausstand, nach Wohnungsverlust, bei Trennung oder wenn die bisherige Ausstattung zerstört wurde. Ausgezahlt wird als Pauschale oder als Sachleistung.

Diese Leistung wird selten von sich aus angeboten. Du musst sie beantragen.

Der Ablauf im Detail

Erst die Wohnung suchen und ein Wohnungsangebot vom Vermieter ausfüllen lassen — dieses Formular hat das Jobcenter. Darauf stehen Miete, Nebenkosten, Heizkosten, Größe und Kaution.

Damit den Antrag auf Zusicherung stellen. Das Jobcenter prüft die Angemessenheit nach den örtlichen Grenzen. Erst wenn die schriftliche Zusicherung da ist, unterschreibst du.

Bei Ablehnung

Gegen die Ablehnung kannst du innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Gerade bei den Angemessenheitsgrenzen sind Widersprüche häufig erfolgreich, weil viele kommunale Richtwerte den tatsächlichen Markt nicht abbilden.

Kostenlose Unterstützung geben Sozialverbände und Mietervereine.

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