Eine geförderte Umschulung ist etwas anderes als ein Weiterbildungskurs. Sie führt zu einem vollwertigen, staatlich anerkannten Berufsabschluss — demselben, den Auszubildende nach drei Jahren erhalten, nur in zwei Jahren und ohne Ausbildungsvergütung, dafür mit weiterlaufender Leistung.
Welche Berufe gefördert werden
Gefördert wird nach Bedarf des regionalen Arbeitsmarkts. Die Liste ist deshalb nicht bundesweit gleich, aber einige Bereiche tauchen fast überall auf:
Pflege und Gesundheit. Pflegefachkraft, Pflegehelfer, Medizinische Fachangestellte. Der Bedarf ist überall groß, die Bewilligungsquote entsprechend hoch.
IT. Fachinformatiker Anwendungsentwicklung und Systemintegration, IT-Systemkaufmann.
Handwerk und Technik. Elektroniker, Anlagenmechaniker SHK, Mechatroniker, Industriemechaniker.
Logistik. Fachkraft für Lagerlogistik, Berufskraftfahrer.
Kaufmännisch. Kaufmann für Büromanagement, Steuerfachangestellte, Kaufmann im Gesundheitswesen.
Was gefördert bedeutet
Die Lehrgangskosten trägt vollständig die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter über den Bildungsgutschein. Dazu kommen Fahrtkosten, Kinderbetreuung und Prüfungsgebühren.
Während der zwei Jahre läuft dein Arbeitslosengeld oder Bürgergeld weiter. Du zahlst also nicht nur nichts, sondern hast auch Einkommen.
Wie eine Umschulung abläuft
Der übliche Aufbau ist Unterricht beim Bildungsträger plus betriebliche Praktika. Am Ende steht die reguläre Abschlussprüfung vor der IHK oder Handwerkskammer.
Die Verkürzung von drei auf zwei Jahre entsteht dadurch, dass allgemeinbildende Anteile entfallen und in Vollzeit gelernt wird.
Voraussetzungen
Ein Schulabschluss ist meist nicht formal vorgeschrieben, wird von Trägern aber oft erwartet. Wichtiger sind gesundheitliche Eignung für den Zielberuf und die Bereitschaft zur Vollzeitmaßnahme.
Wer bereits einen Berufsabschluss hat, kann trotzdem umschulen, wenn der alte Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausgeübt werden kann oder auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr nachgefragt wird.
So gehst du vor
Recherchiere zuerst, welche Berufe in deiner Region gesucht werden — die Jobbörse der Arbeitsagentur zeigt das direkt. Wähle daraus einen Zielberuf, den du begründen kannst.
Dann Beratungstermin vereinbaren und mit dieser Begründung hineingehen. Wer konkret sagt, welchen Beruf er anstrebt, warum, und dass in der Region danach gesucht wird, hat eine deutlich bessere Ausgangslage als jemand mit allgemeinem Umschulungswunsch.
Träger findest du über KURSNET. Achte darauf, dass er nach AZAV zugelassen ist, sonst kann der Gutschein dort nicht eingelöst werden.
Was realistisch ist
Zwei Jahre Vollzeit sind anstrengend, besonders mit Familie. Die Abbruchquoten sind nicht niedrig. Wer aber durchhält, steht danach mit einem anerkannten Abschluss in einem nachgefragten Beruf da — ohne einen Euro Ausbildungskosten und ohne Schulden.


